EMDR Trauma-Therapie

Ein psychisches Trauma ist eine starke seelische Erschütterung oder Verletzung, die manchmal auch über Generationen hinweg weitergegeben werden kann.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing – kurz: EMDR – zählt zu den wichtigsten wissenschaftlich anerkannten Ansätzen in der modernen Traumatherapie. Die in den vergangenen 20 Jahren immer weiter verfeinerte und inzwischen international etablierte Methode basiert auf Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung.

Bei der EMDR-Therapie wird der Patient nach ausführlicher Vorbereitung dazu angeleitet, sich kurzzeitig an belastende Situationen zu erinnern. Dabei bleibt der Therapeut durch bilaterale Stimulation mit dem Patienten in Kontakt. Die abwechselnde Fokussierung von Vergangenheit und Gegenwart ermöglicht dem Gehirn, schmerzhafte Erinnerungen zu verarbeiten, so dass sie keine körperlichen und seelischen Symptomen mehr hervorrufen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die EMDR- Therapie eine der effektivsten Behandlungsmethoden bei posttraumatischen Belastungsstörungen und sie wird nur von speziell geschulten Therapeuten durchgeführt.

Häufig entstehen Traumata in der Folge dramatischer Ereignisse, schockierender Erlebnisse und einschneidender Lebensveränderungen. Zu den typischen Trauma-Auslösern zählen neben gewalttätigen Übergriffen und Mißbrauchserfahrungen auch das Erleben lebensbedrohlicher Situationen sowie Demütigung und Diskriminierung. Ebenso können Flucht und Vertreibung, Krankheiten, Unfälle und medizinische Eingriffe ein Trauma hervorrufen. Auch Verlust- und Trennungserfahrungen sowie Veränderungen der sozialen Stellung wirken sich häufig traumatisch auf Betroffene aus. Aber auch der Umgang mit Opfern von Naturkatstrophen und Unfällen kann bei professionellen HelferInnen Traumatisierung auslösen.

Die daraus resultierenden psychischen Störungen und Traumafolgen – wie zum Beispiel posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen, Angstzustände und psychosomatische Beschwerden – sind mit EMDR erfolgreich behandelbar. Dass sich hinter Depressionszuständen, Angst- und Panikstörungen, Suchterkrankungen, Konzentrationsstörungen, aggressivem Verhalten sowie chronischen Schmerzen ein Trauma verbergen kann, wird oft nicht erkannt. Therapien, die lediglich die Symptome behandeln, bleiben damit an der Oberfläche und wirken nur unzureichend.


Der Verletzung die Macht nehmen

Selbständig denken, selbstbestimmt planen und handeln, sich und anderen vertrauen – diese menschlichen Bedürfnisse bilden die Lebensgrundlage für eine freie und wesensnahe Existenz. Bei einer Traumatisierung geht diese Basis verloren oder nimmt Schaden. Nach erfolgreichen EMDR-Sitzungen erleben die meisten Patienten einen deutlichen Fortschritt in der Integration ihrer Erlebnisse, was durch eine substanzielle Minderung der emotionalen Belastung spürbar wird. Körperliche Beschwerden klingen deutlich ab, erschreckende innere Bilder verblassen und negative Gedanken können positiver formuliert werden.